Nach einer schaukeligen Nacht in einer Bucht östlich von Málaga fühlen wir uns leicht marod. Jedoch nach einem gemütlichen Vormittag vor Torre del Mar, wo wir sowohl einen Turm, als auch einen Stier entdecken, sind wir in freudiger Erwartung auf unser neues Crewmitglied.








Torre del Mar – Vélez
Ein Gastbeitrag von Maria & Andi (Fortsetzung):
Schauplatzwechsel: Maria kämpft sich inzwischen nach Caleta de Vélez durch. Mit einem perfekt platzierten spanischen ¡Hola! gelingt es ihr, einem misstrauischen Fischer erfolgreich vorzugaukeln, dass sie hier ungefähr so ortskundig sei wie der lokale Hafenmeister. Sie schwingt sich samt Gepäck über die Mauer der Bootstankstelle im Hafen (das Schild ¡Solo personal autorizado! war offensichtlich als persönliche Einladung zu verstehen). Nachdem die Marina Vélez auch auf Nachfrage keinen Platz für uns locker macht, folgt vor den Augen der Patrullera ein waghalsiges Mensch-an-Board-Manöver, mit dem die Bootsbesatzung vervollständigt wird. Das neue Crewmitglied wird mit altem Chili und kaltem Bier an Bord begrüßt und gleich mit den wichtigsten Regeln an Board vertraut gemacht, etwa:
- Die Ždrelac-Brücke wird unter keinen Umständen durchfahren! Dass sich die Brücke in Kroatien und nicht in Südspanien befindet, ist nebensächlich. Regeln sind Regeln.
- Eine Banane wird mit Messer und Gabel gegessen. Alles andere ist Barbarei.



Mittagsstop mit Wasserfall
Nach einer Ankernacht direkt neben der Marina Vélez und einer weiteren Ankernacht in der malerischen Cala del Cañuelo starten wir mit Vorfreude auf komfortable Sanitäranlagen in den Morgen, bis ein markerschütternder Schrei uns aus der Routine reißt…






Cala del Cañuelo
Andreas ist in eine offene Dachluke gefallen! Autsch. Der Schiffsarzt attestiert Rippenprellung und macht ihn mit der Bordapotheke vertraut.

Pia bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs
Der nächste Rückschlag folgt in der Marina del Este. Die lokale Taverne verweigert uns das Essen! Durch einen unerklimmbaren Berg sind wir noch dazu von jeglichen Alternativen getrennt. Die Crew ist hungrig und marod und die Not treibt uns zum Äußersten: Telepizza.




Marina del Este: Etwas zu ruhig
Auf zur letzten Station auf See: Motril. Andreas nutzt eine Wende, um sich in die Vertikale zu hieven und arbeitet sich langsam an Deck. Sein Arzt begrüßt ihn mit der Frage, ob er Blut im Urin hat. Der Patient verneint. Dann haben die Nieren nichts abbekommen, sagt er mit enttäuschtem Blick. Andreas legt sich wieder hin.
Damit verpasst er auch das abenteuerliche Anlegemanöver bei Starkwind, das zuerst gemeinsam mit, dann ausschließlich von der fünfköpfigen Hafencrew gemeistert wird.
Vorbei an Olivenhainen geht es noch am selben Tag mit dem Bus nach Granada und wir schmeißen uns sogleich ins Sightseeing. Andreas schmeißt sich in eine linksschiefe Schonhaltung und versucht mitzuhalten. Pia schmeißt aufgrund ihrer maroden Augen die Nerven weg. Die halbe Reisegruppe marod.
Die Alhambra ist so sehenswert, dass Bernhard und Pia sie schon zum zweiten Mal erleben. Mit dem Airbnb am Hügel lernen wir auf die harte Tour: jeder Schritt hinunter muss auch wieder hinauf gemacht werden.








Nochmalhambra
Im Sabor Alhambra wollte Bernhard nur ein paar türkische Süßigkeiten kaufen und wäre dabei beinahe mehr Geld losgeworden als bei – Neptun behüte! – der ungeplanten Reparatur eines beschädigten Motors. Beware of Scammers!





Granada II – die Rückkehr nach Granada
Wir kommen nun auch mit der angekündigten netten Besonderheit Granadas in Kontakt: Statt Essen einfach zu bestellen, bekommt man zu jeder Getränkerunde Tapas gereicht. Das spornt die gesamte Mannschaft zum Mithalten an, eröffnet aber auch eine neue Frage: Was, wenn man noch weiter trinken will, aber nichts mehr essen kann? Andreas fragt seinen Arzt bei dieser Gelegenheit, wie genau man das eigentlich mit Bier und Schmerzmitteln nehmen muss. Der Arzt zuckt mit den Schultern. Guter Mann.
Zum Abschluss entdecken wir noch die marod anmutende Bultaco Bar, die nach dem Motto geführt wird: Wer uns findet, ist selbst schuld. Der hausgemachte Wermut aus dem Fass überzeugt – wir bleiben. Marod kehren wir zurück ins Quartier.




Während Andreas und Maria sich frühmorgens Richtung Flughafen verabschieden und Kurs auf Wien nehmen, kehren Bernhard und Pia zurück nach Motril, um Mêlée ins Winterquartier zu schicken.
Die Sorge bei Starkwind in der wackligen, engen Marina vom Liegeplatz zum Kranlift fahren zu müssen ist dank Wetterumschwung unbegründet und der Kranvorgang verläuft zwar zwischenfallsfrei, dauert aber lang. Eine Besonderheit in der Marina Motril ist, dass Mêlée einen halben Kilometer über eine mehr oder weniger öffentliche Straße transportiert wird, bevor sie am dry dock in den wohlverdienten Winterschlaf gehen darf. Doch später mehr zu Motril…




