Eine Beschwerde:
Sehr geehrte Damen & Herren,
ich wollte mit meiner Familie einfach einen gemütlichen Urlaub verbringen, ohne mich – wie sonst auch immer – um alles und jeden kümmern zu müssen. Leider wurde mir dies seitens Ihrer unfähigen Organisation gehörig vermiest und ich hatte die acht SCHLECHTESTEN TAGE MEINES LEBENS!! Meine ausführliche Kritik an der miserabel geplanten Reise bezieht sich auf vier wesentliche Punkte, die ich im folgenden erläutern werde:
Cádiz:
Zunächst muss ich festhalten, dass die Anreise in unseren wohlverdienten Urlaub eine absolute Zumutung war. Wie soll man bitte mit einem Abflug um 6:00 Uhr in der Früh, einem weiteren Anschlussflug und einer 1,5 Stunden langen Taxifahrt durch die Hitze Spaniens (bei der es im Auto aufgrund der Klimaanlage eiskalt ist!!!) entspannt in einen Urlaub starten? Als wir dann endlich PÜNKTLICH nach stundenlanger Anreise am Zielort – dem Schiff Mêlée im Hafen von Cádiz – ankamen, waren unsere Zimmer noch nicht beziehbar! Wir konnten nicht einmal das Innere betreten, um uns kurz auszuruhen. Die Katastrophe ging weiter, denn da das Personal offensichtlich unfähig war ordentlich zu putzen, mussten wir schließlich selbst mitanpacken! So etwas habe ich noch nie erlebt!!!
Der Sightseeing-Trip durch Cádiz in den folgenden Tagen war zwar wunderschön aber unerträglich heiß. Außerdem dauerte er aufgrund der Erkrankung eines Fahrgastes viel länger als geplant. Wie kommt man auf die Idee eine kranke Person mitzunehmen und die Reise dadurch zu verzögern?!? In Spanien gibt es sicher gute Ärzte, man hätte sie einfach da lassen können!!! Ich will ja nicht taktlos sein, aber irgendwo hört mein Mitgefühl auf!!!











Cádiz mit Catedral de Santa Cruz sobre las Aguas (zu komplizierter Name)
Sancti Petri:
Ankern in einem Fluss – auf so eine dumme Idee muss man erst einmal kommen. Im Schneckentempo schafft die Besatzung es, das uralte und marode Schiff gegen die Strömung zu manövrieren – zu Fuß wären wir schneller gewesen und auch weniger angespannt. Fest an einer Boje wird uns angeboten in der reißenden Flussströmung zu baden, direkt neben einer stehenden Gezeitenwelle – extrem gefährlich!! Mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen (zwei dünne Leinen am Heck des Boots) probieren wir es trotz des mulmigen Gefühls. Es war kalt. Der karibische Abend mit Rumpunsch und Beans & Rice war sicher nett gemeint, aber schlecht organisiert. Als eine alte, stinkende Hängematte am Bug aufgehängt wurde, kam dann doch kurz Urlaubsstimmung auf (da hat wohl bereits der Rum aus uns gesprochen).





Doch das dicke Ende kommt noch! Vor der Lärmbelästigung durch herumbrausende Jetskis wurden wir gewarnt (als ob es das besser machen würde), als jedoch gegen 22:00 Uhr am Strand ein Popkonzert mit tausenden Zuschauern beginnt, fühlen wir uns wie bei der versteckten Kamera. Der ganze Spuk dauert bis 4:00 Uhr in der Früh – eine ABSOLUTE ZUMUTUNG. Das ganze auch noch in ausländischer Sprache. Aufgrund dieser Ereignisse versuchen manche Gäste am nächsten Tag das Schiff zu verlassen und an Land zu schwimmen. Die Crew zwingt sie jedoch zurück zu kommen und voll besatzt geht es weiter mit unserem Horrortrip. Wegen der überdimensionalen, als Innovation angepriesenen Sonnenschutztücher müssen wir uns die Ausfahrt aus dem Fluss wenigstens nicht ansehen.











Bojenfeld Caño de Sancti Petri (Lärmbelästigung pur)
Barbate:
In Barbate angekommen waren wir einfach nur froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und dann überfällt einen diese GOTTLOSE HITZE. Weit und breit kein Strand um sich abzukühlen in Sicht (denn eine Mauer versperrte den Ausblick und forderte einen Umweg von gut 1,5 km) und die Stadt ist auch gute 2 km entfernt. Unzumutbar!!! Da versteht man, wieso Cristóbal Colon den Entschluss gefasst hat, Spanien zurück zu lassen und in die neue Welt aufzubrechen.
Das einzig Gute an diesem Ort waren die Thunfischdelikatessen im Marinalokal – Grillen können sie, die Spanier. Das Essen genießen war dann aber schon wieder zu viel verlangt, denn kaum führten wir die erste Gabel zum Mund, ging es schon los. Es überfielen uns unzählige Gelsen, die vom Kopf bis zum Zeh nichts verschont ließen. So etwas vermiest dann schnell das köstlichste Essen und den gesamten Abend!!! Damit stand sofort fest, am nächsten Tag reisen wir ab, so etwas lassen wir uns nicht zweimal bieten.





Marina Barbate (mehr Tiere als Leute – Orcas, Thunfische, Gelsen, Katzen,…)
Bolonia:
An dieser Stelle muss ich anmerken, dass diese Reise ausdrücklich als WHALEWATCHING-Tour beworben wurde. Täglich wurden akribisch die Livemaps der aktuellen Aufenthaltsorte der begehrten und wunderschönen Meeressäuger studiert. Doch: Fehlanzeige. KEINEN EINZIGEN Orca konnten wir bewundern, nur eine höchstens mittelgradige Schildkröte räkelte sich neben dem Schiff. Man hatte sogar zeitweise den Eindruck, die Crew hatte ANGST davor, einem Orca zu begegnen und wich den Orca-Hotspots heimlich aus.



Besonders bizarr stellte sich die Nacht in der berühmten Bucht von Bolonia dar. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Bei Ankunft machten wir uns bereit, die Insel zu erkunden, aber wieder FALSCH GEDACHT. Das Transportboot und der zugehörige Antriebsmotor waren nicht einsatzbereit, und das offenbar bereits seit mehreren (!) JAHREN. Schließlich wagten wir uns mit einigen anderen Verrückten ins Wasser, um die Distanz zum Strand schwimmend zurückzulegen – es waren wohl bis zu 0,1 Seemeilen, das sind umgerechnet MEHRERE Meter. Fahrlässig! Am Strand selbst gab es abgesehen von riesigen weißen Sanddünen und einem SEHR alten, kaputten römischen Amphitheater absolut NICHTS zu sehen. Das Bier war eher warm. Außerdem wurden wir fast von Schlangen gefressen.
Das Abendprogramm war ein schlechter Scherz. Unsere Sitzplätze bei der Theatervorführung des Amphitheaters waren hinter der Bühne und außerdem gut einen Kilometer entfernt. In der deftigen Lasagne war zu viel Käse und im fruchtigen Rumpunsch waren keine Eiswürfel.










Bolonia (Verwechslungsgefahr mit einer italienischen Stadt)
Ich erwarte eine umgehende und vollständige Rückerstattung der angefallenen Kosten inklusive all jener Ausgaben, die für unseren Folgeurlaub getätigt wurden, da wir diesen durch den Stress und den seelischen Schaden und so weiter nicht genießen konnten. Andernfalls werde ich meine Erlebnisse mit Ihrer Organisation ausführlich auf google maps beschreiben und dann können Sie einmal sehen was Sie davon haben!!!!1
Wütend und enttäuscht,
Andi, Pia, Benni, Bernhard
