





Chillen vor Russell Island
Der neue Außenbordstinker bringt uns am nächsten Tag überraschend problemlos in die kleine, 1 sm entfernte Stadt Spanish Wells. In der ruhigen und beschaulichen Siedlung flitzen die Bewohner und Urlauber standardmäßig mit benzinbetriebenen Golf Buggys durch die Straßen. Schnell, langsam, zum Termin, Sightseeing, Gütertransport – alle Zwecke übernehmen die Buggys. Wir besuchen den sympathischen Buddha’s Snack Shack und konsumieren dort ein frittiertes Hendl, einen Ananasburger und die gesamte Wifi-Bandbreite. Lunchen macht in den Bahamas immer ein bisschen mehr Spaß als dinieren.








Spanish Wells, Russell Island
Die letzte Nacht in dieser Gegend verbringen wir vor Egg Island, die selbst bei kreativer Interpretation in keinster Weise eiförmig ist. Die Bucht bietet keinen sehr ruhigen Liegeplatz, aber den optimalen Absprungsort zum Übersetzen in den Norden der Bahamas. Außerdem zahlt sich ein Landausflug aus, denn wieder einmal finden wir uns in wilder, zerklüfteter Mangrovenlandschaft wieder, mit kleinen Flüssen und einem großen Salzsee. Noch während wir dort herumwandern, merken wir, wie sich die Landschaft dank des Tidenhubs mehrmals täglich ändert und so entdecken wir in kleinen Wasserlöchern manche der uns bekannten Rifffische. Auf dem kurzen Weg zurück streikt der neue Motor wieder, und unsere Nachbarn schauen interessiert zu, wie wir die letzten Meter paddeln.












Egg Island
Tagwache 5:00 Uhr, denn der folgende Schlag auf die nördlichste Bahamasinsel Great Abaco Island wird gut zwölf Stunden dauern und wie überall in dieser Gegend will man aufgrund des flachen Wassers lieber nicht im Dunkeln ankommen, sondern bei noch gutem Licht und mit Eyeball Navigation den Ankerplatz erreichen. Die ersten Ankernachbarn starten bereits um 4 Uhr früh in dieselbe Richtung und den ganzen Tag überholen uns andere Segler und Motorboote mit demselben Ziel. Es wuselt auf der Route. Letztlich brauchen wir knapp 13 Stunden, von denen wir über die Hälfte gut segeln können. An unserem Planziel Little Harbour bekommen wir erstmals in den Bahamas keinen Ankerhalt, auch nicht nach drei Versuchen. Wir schaffen es aber noch vor Sonnenuntergang ins Lee der Insel Lynyard Cay, wo wir zwei Nächte verbringen.








Lynyard Cay
Der Norden der Bahamas ist etwa anders als die Gegenden, die wir bisher besucht haben – und das waren durchaus weite Teile. Der Hauptinsel Great Abaco Island sind östlich fast durchgehend Riffe und kleinen Inseln vorgelagert. So fühlt es sich hier einerseits dank spiegelglattem Wasser und andererseits wegen der seegrasbedingten grünen Wasserfarbe an wie ein See.
Nach einer Nacht vor Tilloo Cay segeln wir einen coolen Schlag im Zickzack zwischen Riffen und Sandbänken nach Marsh Harbour, von wo wir unsere Passage nach Bermuda starten wollen. In der großen, flachen Bucht liegen wir Seite an Seite mit zahlreichen anderen Monohulls, Katamaranen und Motortrawlern. An Land gibt es all die Infrastruktur, die wir brauchen: Wäsche, großer Supermarkt, Restaurants, Zoll – uns stehen noch ein paar organisatorische Tage bevor.

Einmal rund um Sugar Loaf Cay
Inzwischen laufen die Langfahrtvorbereitungen auf Hochtouren und wir schlichten und inventarisieren Konserven hin und her und machen erste Pläne für daheim. Nur noch zwei Monate und davon fast ein ganzes unterwegs mitten am Atlantik.
