Aufregende Ereignisse machen die bessere Geschichte – für einen schönen Urlaub gibts aber nicht besseres als ein paar langweilige Tage.
Nach ein paar Einkäufen und Hafenespressos legen wir bei wenig Wind in Petrčane ab. Wir nutzen die weitgehend flautige Fahrt Richtung Norden um zum ersten Mal die Genua (Vorsegel) mit dem Spibaum auszubaumen – eine beliebte Besegelung für die Atlantiküberquerung mit dem Passatwind im Rücken. Das Handling langt uns etwas Hirnschmalz ab, funktioniert aber schließlich bestens.

Der Wetterbericht kündigt für die kommenden Tage Jugo an, den typischen konstanten Südostwind, der Wellen und Regen mit sich bringt. Es gilt die Route also taktisch zu planen, da wir die nächsten Tage eine Flottille mit der Cleo und ihrer Crew Alice und Wolfi bilden wollen, die von Pula aus starten, und nicht nur im Hafen abwettern wollen.

Wir liegen schon ein paar Stunden an der Mole von Ilovik, als bei kontinuierlich stärker werdendem Wind Alice und Wolfi in aller Seelenruhe neben uns anlegen, als hätten sie nicht gerade ihre ersten 50 Seemeilen zu zweit an Bord hinter sich gebracht.
Die lange Strecke, die sie am ersten Tag auf sich genommen haben sollte gleich am Folgetag belohnt werden: Nachdem uns der Jugo wie angekündigt erreicht, planen wir eine kurze Etappe nach Lošinj. Nach einer welligen Etappe mit Rückenwind legen wir uns an die Boje und können in der windgeschützten Bucht noch ein bisschen plantschen.

Gegen Abend erklärt uns eine Crew, deren Bootshaken beim Versuch, an der Boje neben uns anzulegen, über Bord ging, dass sie schon den ganzen Tag vom Pech verfolgt sind, weil sie durchwegs direkt gegen den Wind fahren mussten. Gemeinsam mit Alice und Wolfi erlauben wir uns im Nachgang ein wenig Überheblichkeit, weil wir in der Planung eindeutig ein paar gute Entscheidungen getroffen haben.

Aufgrund der anhaltenden stürmischen Verhältnisse in der Kvarnerbucht beschließen wir am nächsten Tag mit Rückenwind zurück nach Pula zu fahren und in Folge Istrien zu erkunden.

Nach einer regnerischen Nacht in Pula und einer Nacht im Bojenfeld von Poreč sollte in den nächsten beiden Tagen der Jugo einer Bora (böiger Nordostwind) weichen. Wir wollen daher frühzeitig Strecke Richtung Norden machen um von ihr nicht unangenehm überrascht zu werden. Frühmorgens verabschieden wir uns also wieder von der Cleo und begeben uns bei bereits nahendem Schlechtwetter nach Umag wo wir mit dem Ausklarieren an der Zollmole unsere Zeit in Kroatien offiziell beenden. Doviđenja!

